Archiv der Kategorie: Mannschaft

Berichte über die Mannschaftskämpfe

Spannung in Travemünde

In der 6. Runde der Bezirksliga mussten wir am 5. Februar auswärts bei den favorisierten Travemünder Schachfreunden antreten.

Wir konnten eine Mannschaft in guter Besetzung nach Travemünde schicken, und unsere Spieler waren ganz zuversichtlich.

Nach problemloser Anreise war die Mannschaftsaufstellung der Heimmannschaft eine erste kleine Überraschung, da Brett 1 und 2 der Travemünder nicht gegen uns dabei waren.  Die antretende Heimmannschaft war aber immer noch stark genug, da von der im Vorjahr aufgelösten ersten Mannschaft der Travemünder Schachfreunde zwei Spieler an den ersten Brettern gegen uns eingesetzt wurden.

Es ergaben sich folgende Paarungen:

  • Nickel, Ne.          –  Haserodt
  • Steiner                  –  Kohrn
  • Gerstel                  –  Razmy
  • Dr. Fröde              –  Höper
  • Afschar                  –  Lafrentz
  • Karow                    –  Schulz

Die Partien entwickelten sich (wie so häufig bei uns) an den meisten Brettern richtig schlecht und bei einem Blick über die Bretter nach etwa einer Stunde Spielzeit sah es furchtbar aus. Unsere ersten beiden Bretter bildeten eine gewisse Ausnahme, Thomas stand ganz ordentlich, bei reduziertem Material war ihm  völliger Ausgleich gelungen. Am ersten Brett war praktisch überhaupt nicht „los“, in einer geschlossenen Stellung mit indischen Stellungsmotiven drehte sich die Diskussion nur darum, ob Schwarz den thematischen Bauernzug e7-e5 jetzt, später oder besser überhaupt nicht ziehen sollte oder konnte. Beide Partien ergaben aus fehmarnscher Sicht aber keinerlei Zuversicht, wie die „Notlage“ an den anderen Brettern kompensiert werden sollte:

Günther stand an Brett 6 nach Schlagen eines nicht verdaulichen Bauern, wonach sich „schöne“ Fesselungsmotive für den Gegner ergaben, materiell und positionell auf Verlust.

Zalmay stand wahrscheinlich auch auf Verlust, weil seine Stellung eine schlechte Figurenaufstellung, deutlichen Entwicklungsnachteil im fortgeschrittenen Mittelspiel (!) und die „Aussicht“, in einen starken Königsangriff zu geraten, aufwies. Dafür gab es nicht einmal einen materiellen Vorsprung als Hoffnungsträger auf seiner Seite.

Peter stand mit Schwarz sehr passiv, der gegnerische Raumvorteil und die schöne Figurenstellung mit offener f-Linie und aktiven Leichtfiguren waren die Vorboten eines gewaltigen Angriffs auf den recht einsamen schwarzen König. Auch hier gabe es keine Aussicht auf Gegenspiel und die schöne weiße Stellung hat nicht einmal etwas „gekostet“.

Karstens Stellung war auch zum Fürchten, weil seine Rochadestellung ungeschützt war, die gegnerischen Figuren sich zu einem schönen Angriff gruppiert hatten. Gegenspiel war wegen nicht entwickelter Figuren des Damenflügels kaum möglich. Die Stellung an diesem Brett unterschied sich nur darin von den anderen, dass Karsten zwei Mehrbauern als „Kompensation“ hatte. Die gegnerischen Angriffschancen waren aber sicher mindestens diesen materiellen Nachteil wert.

Nach dieser Brettschau hätte jeder ohne großes Risiko auf ein 4:2 oder höher für Travemünde wetten können oder müssen.

Nach etwa 90 Minuten Spielzeit stand es dann 1,5 : 0,5 für Travmünde. Thomas hat ein Remisangebot angenommen, Günther musste aufgeben. An den anderen Brettern hatte sich nach etwa zwei Stunden Spielzeit keine große Veränderung zu einer positiveren Betrachtung aus unserer Sicht ergeben, außer ganz vorsichtig bei Zalmay und Karsten, da konnte man mit viel gutem Willen von einer leichten Befreiung sprechen, da der gegnerische Angriff bisher nicht überzeugend vorgetragen werden konnte. Peter stand immer noch unter großem Druck und der gegnerische Angriff schien ungehindert zu rollen. Am ersten Brett suchten beide Spieler immer noch nach einer günstigen Aufstellung für oder gegen den befreienden Bauernzug, was alles in sehr „freundlicher“ Remisbreite vor sich ging. Also auch an diesem Brett war kein Vorteil zu erwarten.

Am ersten Brett kam es dann auch bald danach zu der vorhersehbaren Punkteteilung, damit stand es 2:1 für die Heimmannschaft mit nach wie vor schlechten Aussichten in den noch laufenden Partien.

Kurz darauf verkombinierte sich Zalmays Gegner in seiner immer noch sehr aussichtsreichen Stellung gründlich. Mit einer Springergabel wollte er unter Schachgebot Material gewinnen. Das konnte Zalmay allerdings durch Schlagen des gedeckten Springers mit seiner Dame verhindern, da die gegnerische Dame ebenfalls hing. Statt Figurengewinn für den Gegner  gab es den Figurengewinn für Zalmay. Damit war die gegnerische Stellung im Eimer, die restlichen positionellen Vorteile kamen gegen den Materialverlust nicht an. Zalmay konnte die restlichen Züge bis zur Aufgabe des Gegners sicher aufs Brett bringen. Durch diesen unerwarteten Sieg stand es 2:2 und trotzdem mussten wir noch lange zittern, wenn wir auf die beiden noch laufenden Partien schauten.

Karsten konnte sich zu diesem Zeitpunkt durch einen weitgehenden Abtausch der aktiven Figuren seiner Gegnerin ziemlich befreien, seinen bisher schlafenden Damenflügel an der Partie teilnehmen lassen und erstmals über seinen immer noch vorhandenen Materialvorteil nachdenken. Die Partie kippte dann schnell durch nicht funktionierende taktische Rettungsversuche von Karstens Gegnerin eindeutig zu seinen Gunsten. Karsten hat die ihm gebotene Chance sicher umgesetzt, so kamen wir zu einem weiteren ganzen Punkt, was mit 3:2 für uns die doch unerwartete Führung bedeutete.

Der Ausgang des Mannschaftskampfes hing also von der letzten Partie bei Peter ab. Nach wie vor war die Stellung von Peter objektiv völlig verloren, aber Peter spielte recht unbeeindruckt weiter. Auch deshalb, weil sein Gegner mehrere klare Gewinnzüge ausgelassen hat. Sollten wir auch in der dritten Partie Glück haben?

Etwa eine Stunde lang herrschte Spannung im Turniersaal, wobei es mehrfach so aussah, als ob Peter durch fehlerhafte Kombinationen, die sein Gegner allerdings leicht hätte widerlegen könne, sich aus der schwierigen Lage würde retten können. Bis zur Zeitkontrolle ging es wild hin und her, nichts für schwache Nerven……

Eine kleine Beruhigung für die Fehmaraner war allerdings die Tatsache, dass es ja schon 3:2 für uns stand, was vor etwa zwei Stunden noch völlig unmöglich schien.

Peter konnte in einem schwierigen Turmendspiel landen, was immer noch besser war, als mattgesetzt zu werden. Der gegnerische a-Bauer als Mehr- und Freibauer blieb bei jeweils zwei Bauern auf dem anderen Flügel übrig. Der gegnerische Turm stand schlecht, musste den a-Bauern von vorne decken, während Peters Turm hinter dem Bauern stand. Ein Motiv mit Remischancen, zum ersten Mal in der Partie….

Sollten wir den Kampf etwa noch gewinnen? Das wäre völlig unverdient, aber bei dem bisherigen Verlauf der Partien nicht unmöglich.

Peter wählte in dem besagten Turmendspiel allerdings eine nicht geeignete Aufstellung, wobei seine Bauern am Königsflügel verloren gingen. Ein letzter taktischer Versuch, der hübsch anzusehen war, ging schief, danach war die nervenaufreibende Partie mit Peters Niederlage beendet.

Nach wackerem Kampf, insbesondere von Peter, aber auch von Karsten und Zalmay, konnten die Fehmaraner mit einem Unentschieden, das sich eher als „Sieg“ anfühlte, zu später Stunde den Heimweg antreten.

Kein Punktspiel gegen Reinfeld

In der Bezirksliga B Ost war am 21. Januar laut Spielplan die fünfte Runde angesetzt. Unsere Gegner haben kurz vor dem Spieltermin die Begegnung abgesagt. Personelle Schwierigkeiten und nach Aussage der Reinfelder Schachfreunde (leider!) auch die große Entfernung von Reinfeld nach Fehmarn verhinderten ein Treffen an den Brettern hier auf Fehmarn.

Mittlerweile ist auch eine Verlegung auf einen späteren Nachholtermin, den der SC Fehmarn den Reinfeldern angeboten hatte, gescheitert.

Deshalb haben wir nun kampflos gewonnen, ein Umstand, der uns nicht besonders glücklich macht.

Leider ist es auch nicht das erste Mal in den letzten Spielzeiten, dass wir als geographisch ungünstig gelegener Teilnehmer an der Bezirksliga B Ost mit dieser Argumentation der weiten Fahrten unserer anreisenden Gegner zu tun haben.

Wir können dabei nur darauf verweisen, dass wir selbst im Falle von Auswärtsspielen genau die gleiche Entfernung zurücklegen müssen,  und wir das seit unserer erneuten Teilnahme an der Bezirksliga B Ost bisher auch  ganz zuverlässig gemacht haben.

Wollen wir hoffen, dass die Bezirksliga B Ost sich nicht als „geographisch überdehnt“ erweisen wird, schließlich sind z. B. 120 km Anreise und Rückfahrt zu später Stunde unter der Woche in einer unteren Spielklasse auch kein Pappenstiel.

Auswärtsspiel in Bad Segeberg

In der letzten Punktspielrunde des Jahres mussten wir am 17. Dezember nach Segeberg reisen. Gegen die Segeberger Schachfreunde gab es bisher noch nie eine Paarung in der Bezirksliga, da die Segeberger erst seit dieser Saison mit der dritten Mannschaft in der Bezirksliga B an den Start gehen.

Die Fehmaraner konnten erstmals in dieser Saison ihre ersten vier Bretter laut Aufstellung an den Start bringen, und wir hatten unseren Topscorer Günther auch mit an Bord. Daher gingen wir wohl leicht favorisiert (auch laut Tabelle) in diese Begegnung.

Die 100 Kilometer Anfahrt waren wegen der fast frühlingshaften Bedingungen kein Problem, so konnten die beiden Fahrer Wolfgang und Jan die Mannschaft pünktlich an den Brettern abliefern.

Unter sehr guten Spielbedingungen in der Jugendakademie ergab sich ein bemerkenswertes Zusammentreffen: Bis auf das „Jugendbrett“ am ersten Brett hatten die Segeberger eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von sicher deutlich über 85 Jahren am Start!  Selbst unser Senior Günther war plötzlich eine Generation jünger als seine Gegnerin an Brett 5. Ein schönes Beispiel für Aktivität im Alter!

Für mich gab es nach ungefähr 30 Jahren ein Wiedersehen mit Schachfreund Stolten, mit dem ich in den 70er und 80er-Jahren an der Freischachanlage am Strand über die Jahre so manche Partie gespielt hatte.

Unsere „Jungspunde“ hatten dann bei den Partien ganz schön Arbeit, nichts zu sehen von den Vorteilen der Jugend.

Wolfgang hat nach knapp einer Stunde den zweiten Zug vor dem ersten in einer Abtauschserie gemacht, was zu einem empfindlichen Materialnachteil und seiner sofortiger Aufgabe führte. Die Segeberger also in Führung…

In dieser frühen Phase war an den Brettern noch nicht zu erkennen, wo eventuell einige ganze Punkte für uns möglich wären. Günther war als einziger Fehmaraner ganz vorteilhaft unterwegs, auf den Rest hätte man nicht wetten wollen.

Nach 90 Minuten hatte Günther seinen Vorteil sicher zum Ausgleich des Punktestandes verwerten können. Mein Gegner hat eine taktische Wendung übersehen und kämpfte nun schon einige Zeit mit Minusfigur weiter.  Bei Thomas an Brett 2 sah es gegen Jost Stolten schon ziemlich  lange nach einem Remis aus, was dann auch bald besiegelt wurde.  Nach zwei Stunden Spielzeit musste mein Gegner erkennen, dass keine Chancen mehr für ihn bestehen, er gab auf.

Nun führten wir zwar mit 2,5:1,5, aber die beiden restlichen Partien an Brett drei und vier waren eher unklar. Bei Zalmay an Brett 3 war ein Remis sicher leicht möglich, aber seine Züge ab dem Zeitpunkt gefielen mir nicht mehr so gut, als ich den beiden restlichen Partien zuschaute.

Peter konnte gerade jetzt seinen Figuren große Aktivität verschaffen, er konnte die offenen Linien mit seinen Schwerfiguren besetzen und in der Folge auf die zweite Reihe eindringen. Das sah dann auf einmal sehr gut aus, wobei die eine oder andere taktische Klippe noch erkannt und umschifft werden musste.

Nach drei Stunden Spielzeit und fast einer Stunde Kiebitzen erinnerten mich meine Miftahrer Thomas und Günther, die ja auch schon längere Zeit fertig mit ihren Partien waren,  daran, dass wir auch noch gut eine Stunde Fahrzeit zurück nach Fehmarn hätten. Wir machten uns in der Hoffnung auf einen Sieg bei Peter und ein Unentschieden bei Zalmay auf den Heimweg.

Unterwegs haben wir dann Peters Stellung (Piekacz- Höper), die bei unserem Aufbruch auf dem Brett stand, analysiert und uns gefragt, was sein Gegner wohl in dieser Stellung gezogen hat.

[fen]6k1/5pp1/p4n1p/3p1q2/1P6/PQ4P1/3r1rBP/2R2RK1 w – – 0 32[/fen]

Jedenfalls schien kaum eine Rettung für Weiß möglich, aber wer will schon das Ergebnis vorhersagen können?

In der Mannschaftsmeldung auf SVSH konnte man nach der Heimkehr dann recht schnell lesen, dass beide Fehmaraner ihre Partien gewonnen haben. Von Zalmays Partie kann ich nicht berichten, wie das abgelaufen ist. Peters Partie ging nach dem Diagramm so weiter, siehe den 32. Zug in der folgenden Notation:

[pgn]

[Event „Segeberg – Fehmarn“]
[Site „?“]
[Date „2015.12.17“]
[Round „?“]
[White „Piekacz“]
[Black „Höper“]
[Result „0-1“]
[ECO „A22“]
[PlyCount „84“]

1. c4 e5 2. Nc3 Bc5 3. g3 a6 4. Bg2 Nf6 5. e3 d6 6. Nge2 O-O 7. O-O Nc6 8. a3
Ba7 9. Kh1 Bf5 10. d3 Qd7 11. Ng1 Rab8 12. e4 Be6 13. Nd5 Bxd5 14. cxd5 Nd4 15.
Be3 c6 16. dxc6 bxc6 17. b4 d5 18. exd5 cxd5 19. Bxd4 Bxd4 20. Ra2 h6 21. Bh3
Qa7 22. Nf3 Rfe8 23. Nxd4 Qxd4 24. Qd2 e4 25. dxe4 Qxe4+ 26. Bg2 Qf5 27. Kg1
Rbc8 28. Raa1 Rc2 29. Qd1 Ree2 30. Rc1 Rcd2 31. Qb3 Rxf2 32. Bh3 Rxf1+ 33. Rxf1
Qxh3 34. Rf2 Rxf2 35. Kxf2 Qxh2+ 36. Kf3 Nh5 37. Kg4 Nf6+ 38. Kf3 Qh1+ 39. Ke2
Qg2+ 40. Ke1 Ne4 41. Qxd5 Qf2+ 42. Kd1 Nc3+ 0-1

[/pgn]

Die Einzelergebnisse:

  1. Reinke – Haserodt   0:1
  2. Stolten – Kohrn         0,5
  3. Petersen – Razmy    0:1
  4. Piekacz- Höper         0:1
  5. Wiebke – Schulz       0:1
  6. Koske – Schröder    1:0

Günther hat seinen 100% – Score auch im vierten Spiel verteidigt.

Mit einem dann doch deutlichen Sieg haben wir unsere gute Tabellenposition bis ins Jahr 2016 gehalten, wobei wir bisher erst gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gespielt haben.

Im Januar geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Reinfeld.

 

Bis dahin wünscht der SC Fehmarn: Frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2016!

Falls noch kurzfristig Bedarf an weihnachtlichem Schachzubehör bestehen sollte: Wir verabschieden uns mit folgendem Vorschlag:

[embedyt]https://www.youtube.com/watch?v=4911T5Q6jVY[/embedyt]

Nachlese zum Heimspiel gegen Eutin II

Als spielfreier Akteur konnte ich mir die laufenden Partien an den fünf verbliebenen Brettern recht genau ansehen. Die gesammelten Eindrücke kommen in diesem Bericht….

Der erste Erfolg des Spieltags war für uns, dass wir trotz unserer eigenen Spielerknappheit mit allen sechs Spielern antreten konnten. Peter Höper hat dem Mannschaftskampf Priorität vor anderen Terminen eingeräumt, damit konnten wir vollständig antreten.

Das hat sich dann auch in einem kampflosen Punkt am ersten Brett niedergeschlagen, denn trotz der vorherigen Mitteilung der Eutiner: „Wir sind komplett.“ fiel kurzfristig ein Spieler bei den Gästen aus.

Zum dritten Mal hintereinander mussten die Eutiner jetzt auswärts auf Fehmarn antreten, dabei blieben bisher auch immer die Punkte auf der Insel. In dieser Saison gab es folgende Paarungen:

  1. Haserodt – Bornschein          +/-
  2. Razmy – Dombrowski             0,5
  3. Höper – Otten                             0:1
  4. Lafrentz – Schiemann             0:1
  5. Schulz – Kohagen                      1:0
  6. Schröder – Begemann            1:0

2. Brett

Am zweiten Brett hat Zalmay nicht viel aus dem Anzugsvorteil machen können. Sein Gegner kam mit dem befreienden Gegenschlag im Zentrum sicher zum Ausgleich. Im weiteren Verlauf hat sich Zalmay einen unschönen rückständigen und isolierten Bauern auf d3 eingehandelt. Etwas Aktivität seiner Figuren konnte er dagegen setzen, was seinen Gegner zum Abtausch verleitete. Im Zuge dieser Tauschoperationen wurde die Schwäche d3  halbwegs „plombiert“ und Weiß stand nicht schlechter.  Für einen Bauerngewinn hat sich Weiß dann einige Probleme eingehandelt: Einbruchsfelder für einen gegnerischen Turm und eine schlechte Figurenkoordination.

In dieser Phase waren beide Spieler auf der Höhe und brachten die Partie mit einigen taktischen Feinheiten auf beiden Seiten nach einiger Zeit und weiterer Vereinfachung wieder in ruhiges und wohl ausgeglichenes Fahrwasser.  Das Unentschieden in dieser Partie auf guten Bezirksliganiveau war die Folge.

Z. Razmy - HJ. Dombrowsky Brett 2
Z. Razmy – HJ. Dombrowsky Brett 2

 

 

 

 

 

 

 

3. Brett

Peter Höper hatte seine Punktspielpremiere am dritten Brett gegen Peter Otten. Der erfahrene Bezirksligaspieler aus Eutin machte Peter den Einstand schwer. Frühzeitig musste Peter sich unter gleichzeitigem Damentausch von einen entscheidenden Zentrumsbauern trennen. Gegenspiel und Kompensation war nicht in Sichtweite. Im Gegenteil: Auf der schwarzen Brettseite hing alles Mögliche in der Gegend rum. Der Sieg für Weiß und der Punktgewinn für die Gäste schien nur noch Formsache.

Peter Höper entwickelte aber aus dem Nichts unter Figurenopfer einen gefährlichen Angriff auf den in der Mitte verbliebenen weißen König. Der Eutiner Spieler hat den schwarzen Angriff unterschätzt, sonst hätte er nicht mit einer „unsauberen“ Figurenstellung am reichlich vorhandenen Materiaplus festgehalten, sondern zur Befreiung „großzügig“ einen Bauern gegeben. So kam der Angriff von Peter Höper so richtig ins Rollen und war trotz des reduzierten Materials ziemlich gefährlich. Man kann sicher nicht behaupten, dass Weiß das vorauschauend alles im Griff gehabt hätte und sich zuversichtlich auf die ganzen Verwicklungen und Materialgewinn eingelassen hat. Letztlich hing es von einigen „einzigen Zügen“ ab, dass Weiß kein Material verlor oder mattgesetzt wurde.

Die weiße Übermacht war dann zu groß, aber Peter Höper hat sehr erfindungsreich aus einer ganz schwierigen Ausgangslage den Gegner an den Rand einer Niederlage gebracht. Mit diesem Kampfgeist und der Kreativität wird er aus besserer Ausgangslage heraus demnächst bestimmt erfolgreich punkten können.

P. Otten - P. Höper Brett 3
P. Otten – P. Höper Brett 3

 

 

 

 

 

 

 

4. Brett

In gewisser Weise war Karsten mit seiner Partieanlage der tragische Held an diesem Spieltag. In einer königsindischen Struktur blieb die Diagonale des schwarzen Fianchettoläufers offen, nur vom Sf6 verstellt. Karsten sah über diese gefährliche Figur hinweg, als er am Damenflügel Aktivität entfaltete, die zuerst auch ganz gut aussah. Allerdings wurde die Diagonale des Lg7 dadurch bis nach a1 lang und länger, was sich zum Ende dann folgerichtig aber vielleicht nicht zwingend zum großen Vorteil für Schwarz auswirken sollte. Auf der offenen a-Linie musste Karsten den gefesselten La3 mit Ta1 unterstützen. Abzug des Sf6, der Lg7 schlägt Ta1 und im weiteren Verlauf geht der gefesselte La3 verloren. Qualität und Bauer waren der Gewinn für Schwarz bei dieser Kombination. Karsten kämpfte noch tapfer längere Zeit gegen den unvermeindlichen Partieausgang an, er spielte die letzte Partie, konnte aber das Schicksal nicht mehr wenden

Die über eine längere Partiephase konsequent aber strategisch falsch verfolgte Aktivität am Damenflügel brachte dem Eutiner Spieler eine schöne Kombinationsmöglichkeit ein, die dieser auch sicher ausführte.

K. Lafrentz - D. Schiemann Brett 4
K. Lafrentz – D. Schiemann Brett 4

 

 

 

 

 

 

 

„Die Gewinner“

Der Doppeltisch mit den Brettern 5 und 6 hat den Sieg gegen die Eutiner Schachfreunde gerettet. Für die Eutiner Gäste ist dieser Tisch mittlerweile zum „Angstgegner“ geworden:

An Brett 5 hatte Günther zuerst in einem Damengambit mit Schwarz gegen Jochen Kohagen einen schweren Stand, weil er alle strukturellen Nachteile des Damengambits in des Mittelspiel übernehmen musste. Isolierter d-Bauer, weißfeldriger Läufer von Schwarz als inaktive Figur und Druck von Weiß durch eine deutlich aktivere Stellung. Eine komfortable Stellung für Weiß, wo man in Ruhe hätte drücken können und warten, ob Schwarz den Laden überhaupt halbwegs hätte halten können. „Gefühlt“ hätte die Stellung bei 100 Partien 70:30 für Weiß ergeben.

Günther zeigte sich aber nicht beindruckt und konnte Jochens Versuche ohne Nachteil abwehren. Günther hatte sich einen freien a-Bauern herausgespielt, wobei die Frage sein würde, ob der Bauer nun schwach oder stark sein würde. Jochen griff mit allen Figuren den Bauern an, der Verlust des Bauern drohte auch, wenn da sich  nicht eine schwache Grundreihe bei dem Eutiner bemerkbar machen würde. Mittlerweile hat nämlich der ehemals schwache Läufer von h3 aus ein gewichtiges Wort über das vermeintliche Luftloch g2 für den weißen König gesprochen.

So kam es denn auch zu dem „klassischen“ Fehler: Die wD schlägt den a-Bauern, sD schlägt wD, wT schlägt sD, die weiße Grundreihe ist ungeschützt, sT setzt matt.  Der schwarze Freibauer auf der a-Linie war zumindest im Moment unverdaulich, der Fehler des Eutiner Spielers machte dann auch die weitere Diskussion darüber entbehrlich, was bei  präzisem Spiel aus dem schwarzen Bauern geworden wäre.

Günther hat mit seinem Sieg nach 70 Minuten die fehmarnschen Schachfreunde mit 2:0 in Führung gebracht. Gut gefallen hat mir, dass Günther sich aus einer unbequemen bis schlechten Mittelspielstellung befreien konnte, damit konnte er überhaupt erst den Gegner zu einem solchen groben Fehler „einladen“.

An Brett 6 ergab sich wie an Brett 2 eine Partie auf Augenhöhe. Weiß griff stellungsgemäß am Königsflügel an und Schwarz konterte am Damenflügel. Wolfgang hatte viel Bedenkzeit investiert,er  hatte aber keinen überzeugenden Angriffsplan finden können. Zwar wurde am Königsflügel alles „thematisch“ aufgefahren, aber die Verteidigung war auf der Höhe und am Damenflügel gab es gefährliches Gegenspiel auf der offenen b-Linie. Schwarz hätte nur „endlich“ den „bösen“ Se5 abtauschen müssen, dann hätte er sehr optimistisch wegen seiner Stellung und der gegnerischen Zeitnot dem weiteren Partieverlauf abwarten können. So gab es einen Kurzschluss mit drastischen Folgen für die Eutiner und das 3:0 für uns.

Die Eutiner werden im nächsten Jahr sicher „gerne“ wieder nach Fehmarn fahren, dann freuen sie sich bestimmt auch auf den „gemütlichen“ Doppeltisch mit den Brettern 5 und 6, der auch in den vergangenen Spielzeiten immer ein Tisch für die Heimmannschaft war…..

J. Kohagen - G. Schulz Brett 5 W. Schröder - T. Begemann BRett 6
J. Kohagen – G. Schulz Brett 5
W. Schröder – T. Begemann Brett 6

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluß die Notation der Partie vom 6. Brett:

Klick auf die Notation öffnet ein Brettfenster zum Nachspielen!

[pgn]

[Event „Bezirksliga“]
[Site „?“]
[Date „2015.09.24“]
[Round „?“]
[White „Schröder, W.“]
[Black „Begemann, T.“]
[Result „1-0“]
[ECO „D02“]
[PlyCount „59“]
[SourceDate „2015.10.01“]

1. Nf3 d5 2. c3 Nf6 3. d4 h6 4. Bf4 Bf5 5. e3 e6 6. Bd3 Bxd3 7. Qxd3 c6 8. Nbd2
Nh5 9. Be5 Nd7 10. O-O Nxe5 11. Nxe5 Nf6 12. f4 Bd6 13. Rf3 O-O 14. Rg3 c5 15.
Ng4 Nxg4 16. Rxg4 c4 17. Qc2 b5 18. Nf3 a5 19. Ne5 f5 20. Rg3 Kh7 21. Qe2 Qe8
22. Kh1 b4 23. Rg1 Qa4 24. Qh5 Qe8 25. Qd1 a4 26. Rh3 bxc3 27. bxc3 Rb8 28. g4
Rb2 29. g5 Rg8 30. g6+ 1-0

[/pgn]

 

Knapper Sieg zum Auftakt

Zu Beginn der diesjährigen Bezirksligasaison konnten wir gegen die zweite Mannschaft von Eutin mit einem knappen 3,5:2,5 Sieg die Punkte auf Fehmarn behalten.

Günther Schulz und Wolfgang Schröder gewannen ihre Partien an den Brettern 5 und 6.  Zalmay Razmy spielte am 2.  Brett remis.

Das erste Brett der Gäste blieb unbesetzt, daher konnte ich kampflos einen Brettpunkt zum Gesamterfolg beitragen.

Saison 2015/16 in den Startlöchern

So langsam werden die Konturen für die Bezirksliga B Ost sichtbar: Mit neun Mannschaften in der Liga gibt es eine Mannschaft mehr als in den vergangenen Jahren: Segeberg meldet auch in unserer Bezirksliga B eine Mannschaft. Travemünde wird mit der ersten Mannschaft nur noch in unserer Bezirksliga starten. Es gibt also einige Veränderungen, mal sehen wie nach dem Meldeschluß und der Auslosung Anfang September das endgültige Bild aussehen wird.

Bisher haben erst wenige Mannschaften ihre Aufstellungen online gestellt, bis Ende August ist ja noch etwas Zeit.

Erfreulich scheint jedenfalls, dass die Bezirksliga B Ost durch eine ausreichende Zahl Mannschaften lebensfähig bleibt.

Nachtrag vom 21.08: Wolfgang hat heute unsere Aufstellung für die neue Saison bei der SVSH-Seite eingegeben.

Übersicht Bezirksliga B Ost beim SVSH

SC Fehmarn beim Landespokal am Start

Am 9. Mai fand in Bad Segeberg die erste Runde des Landespokals für Vierermannschaften statt. Mit unserer Teilnahme haben wir eine Premiere gefeiert, denn bisher hat unser Verein noch nie teilgenommen. In den nachfolgenden Zeilen soll berichtet werden, wie wir uns (Zalmay, Peter, Karsten und Jan) dabei präsentiert haben.

Am Samstag waren dann 23 Mannschaften in Segeberg am Start. Die Bandbreite war dabei ziemlich groß: Von Vereinen aus der 2. Bundesliga bis zu Nachwuchsteams mit noch ganz jungen Schachspielern war alles vertreten.

Mit unserem Mittelplatz in der abgelaufenen Bezirksligasaison waren wir nicht als einer der Favoriten bei der Auslosung bekannt, die Landesspielleiter Heiko Spaan  pünktlich um 11 Uhr  vornahm.

Das Losglück war nicht auf unserer Seite, denn mit den Schachfreunden aus Bad Schwartau wurde uns eine Mannschaft aus der Landesliga zugelost, und die antretenden Spieler unseres Gegners waren auch alle aktive Spieler aus dem Landesligakader. An allen Brettern waren unsere Gegner nach Wertung  deutlich überlegen.

Dähnepokal
Schwartau linke Seite : F. Müller, C. Simon, O.Hausherr Fehmarn rechte Seite : Z. Razmy, P. Höper, K. Lafrentz an den Brettern 2-4

 

Das Endergebnis fiel dann mit 0,5 : 3,5 auch entsprechend hoch aus. Es wäre auch leicht übertrieben, wenn ich besseres Ergebnis für uns im Nachhinein herbeireden wollte. Allerdings hat insbesondere Peter (bei seinem Debüt als aktiver Vereinsspieler) eine sehr ordentliche Partie an Brett 3 abgeliefert. Fast wäre er der „spanischen Folter“ mit andauernder Initiative seines Gegners entkommen und hätte mehr erreicht. Wegen der laufenden eigenen Partie konnte ich nicht länger bei den anderen Brettern kiebitzen. Die Analyse wird zeigen, ob der erste Eindruck zu Peters Partie sich bestätigen wird.

Zalmay hatte am zweiten Brett ähnliche Probleme wie Peter am dritten Brett. Die gegnerische Initiatve wuchs aber stetig an, dann gab es auch langsam Zinsen in Form von gewonnenen Bauern für seinen Gegner. Nach tapferer Gegenwehr  (und weil der Gegner alle Fäden in der Hand behalten konnte) musste Zalmay die Partie dann doch aufgeben.

Karsten hat am vierten Brett aus seinem Anzugsvorteil nicht viel machen können. Einige Zeit stand die Partie noch recht ausgeglichen, dann hat Schwarz auf dem Königsflügel einen ziemlich starken Angriff führen können.  Diesen Angriff konnte Karsten nicht mehr abwehren, und weil sein Gegner mit „taktischen Tricks“ entscheidend Material gewinnen konnte, musste Karsten aufgeben.

Es sei aber nochmal erwäht, dass alle unsere Gegner an den Brettern 2 bis 4 aus der „Preisklasse um und über DWZ 1900“  kommen, daher waren die gezeigten Partien „anständig“.

Mit Thomas Schmid habe ich am ersten Brett „natürlich“  auch den Spitzenspieler aus Schwartau als Gegner bekommen. Da besteht dann auch „schnell mal“ eine DWZ-Differenz von 200 Punkten. Nach zurückhaltender Eröffnungsbehandlung von beiden Seiten (und einer sehr zurückhaltenden Behandlung der Frage des Feldes e5 im frühen Mittelspiel von Weiß) hatte ich Probleme im Zentrum, wo Schwarz  deutliches Übergewicht bekam. Gewisse Kompensation hatte ich durch Angriffschanchen auf dem Königsflügel. Thomas war vorsichtig, weil er seinen König von g8 weg bis d6 und später bis b6 zog. Mit einiger Mühe und unter Betrachtung der Frage, ob der König auf d6 denn nun „richtig“ steht, konnte ich die schwarze Bauernstellung im Zentrum festlegen und blockieren.

T. Schmid
Schwartaus Spitzenspieler Thomas Schmid an Brett 1

Danach habe ich ziemlich ungeniert auf Remis gespielt, die Stellung wurde abgeriegelt. Jegliche Aktivität auf beiden Seiten hätte nur ein Spiel auf Verlust bedeutet. Nach ziemlich genau vier Stunden waren dann alle Partien zu Ende. Mit 0,5 : 3,5 sind wir also in der ersten Runde ausgeschieden. Alle Ergebnisse der ersten Runde im Landespokal stehen auf der SVSH-Seite.

Die Stimmung auf der Rückfahrt war trotzdem gut. Alle Spieler haben den schachlichen Ausflug in höhere Spielklassen und die Turnieratmosphäre  direkt genossen. Insofern war die Teilnahme eine interne Werbeveranstaltung für aktive Turnierteilnahme, was auf längere Sicht viel mehr als das reine Endergebnis bedeuten kann.