Auswärtsspiel in Bad Segeberg

In der letzten Punktspielrunde des Jahres mussten wir am 17. Dezember nach Segeberg reisen. Gegen die Segeberger Schachfreunde gab es bisher noch nie eine Paarung in der Bezirksliga, da die Segeberger erst seit dieser Saison mit der dritten Mannschaft in der Bezirksliga B an den Start gehen.

Die Fehmaraner konnten erstmals in dieser Saison ihre ersten vier Bretter laut Aufstellung an den Start bringen, und wir hatten unseren Topscorer Günther auch mit an Bord. Daher gingen wir wohl leicht favorisiert (auch laut Tabelle) in diese Begegnung.

Die 100 Kilometer Anfahrt waren wegen der fast frühlingshaften Bedingungen kein Problem, so konnten die beiden Fahrer Wolfgang und Jan die Mannschaft pünktlich an den Brettern abliefern.

Unter sehr guten Spielbedingungen in der Jugendakademie ergab sich ein bemerkenswertes Zusammentreffen: Bis auf das „Jugendbrett“ am ersten Brett hatten die Segeberger eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von sicher deutlich über 85 Jahren am Start!  Selbst unser Senior Günther war plötzlich eine Generation jünger als seine Gegnerin an Brett 5. Ein schönes Beispiel für Aktivität im Alter!

Für mich gab es nach ungefähr 30 Jahren ein Wiedersehen mit Schachfreund Stolten, mit dem ich in den 70er und 80er-Jahren an der Freischachanlage am Strand über die Jahre so manche Partie gespielt hatte.

Unsere „Jungspunde“ hatten dann bei den Partien ganz schön Arbeit, nichts zu sehen von den Vorteilen der Jugend.

Wolfgang hat nach knapp einer Stunde den zweiten Zug vor dem ersten in einer Abtauschserie gemacht, was zu einem empfindlichen Materialnachteil und seiner sofortiger Aufgabe führte. Die Segeberger also in Führung…

In dieser frühen Phase war an den Brettern noch nicht zu erkennen, wo eventuell einige ganze Punkte für uns möglich wären. Günther war als einziger Fehmaraner ganz vorteilhaft unterwegs, auf den Rest hätte man nicht wetten wollen.

Nach 90 Minuten hatte Günther seinen Vorteil sicher zum Ausgleich des Punktestandes verwerten können. Mein Gegner hat eine taktische Wendung übersehen und kämpfte nun schon einige Zeit mit Minusfigur weiter.  Bei Thomas an Brett 2 sah es gegen Jost Stolten schon ziemlich  lange nach einem Remis aus, was dann auch bald besiegelt wurde.  Nach zwei Stunden Spielzeit musste mein Gegner erkennen, dass keine Chancen mehr für ihn bestehen, er gab auf.

Nun führten wir zwar mit 2,5:1,5, aber die beiden restlichen Partien an Brett drei und vier waren eher unklar. Bei Zalmay an Brett 3 war ein Remis sicher leicht möglich, aber seine Züge ab dem Zeitpunkt gefielen mir nicht mehr so gut, als ich den beiden restlichen Partien zuschaute.

Peter konnte gerade jetzt seinen Figuren große Aktivität verschaffen, er konnte die offenen Linien mit seinen Schwerfiguren besetzen und in der Folge auf die zweite Reihe eindringen. Das sah dann auf einmal sehr gut aus, wobei die eine oder andere taktische Klippe noch erkannt und umschifft werden musste.

Nach drei Stunden Spielzeit und fast einer Stunde Kiebitzen erinnerten mich meine Miftahrer Thomas und Günther, die ja auch schon längere Zeit fertig mit ihren Partien waren,  daran, dass wir auch noch gut eine Stunde Fahrzeit zurück nach Fehmarn hätten. Wir machten uns in der Hoffnung auf einen Sieg bei Peter und ein Unentschieden bei Zalmay auf den Heimweg.

Unterwegs haben wir dann Peters Stellung (Piekacz- Höper), die bei unserem Aufbruch auf dem Brett stand, analysiert und uns gefragt, was sein Gegner wohl in dieser Stellung gezogen hat.

Jedenfalls schien kaum eine Rettung für Weiß möglich, aber wer will schon das Ergebnis vorhersagen können?

In der Mannschaftsmeldung auf SVSH konnte man nach der Heimkehr dann recht schnell lesen, dass beide Fehmaraner ihre Partien gewonnen haben. Von Zalmays Partie kann ich nicht berichten, wie das abgelaufen ist. Peters Partie ging nach dem Diagramm so weiter, siehe den 32. Zug in der folgenden Notation:

Die Einzelergebnisse:

  1. Reinke – Haserodt   0:1
  2. Stolten – Kohrn         0,5
  3. Petersen – Razmy    0:1
  4. Piekacz- Höper         0:1
  5. Wiebke – Schulz       0:1
  6. Koske – Schröder    1:0

Günther hat seinen 100% – Score auch im vierten Spiel verteidigt.

Mit einem dann doch deutlichen Sieg haben wir unsere gute Tabellenposition bis ins Jahr 2016 gehalten, wobei wir bisher erst gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gespielt haben.

Im Januar geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Reinfeld.

 

Bis dahin wünscht der SC Fehmarn: Frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2016!

Falls noch kurzfristig Bedarf an weihnachtlichem Schachzubehör bestehen sollte: Wir verabschieden uns mit folgendem Vorschlag: