Hohe Niederlage in Kücknitz

Beim Auswärtsspiel in Kücknitz am 13. Februar konnten wir nicht überzeugen: Mit einer hohen 4,5 : 1,5 Niederlage ging es wieder auf die Heimreise. Nur Günther und Jan konnten Punktgewinne mit auf die Insel nehmen. Insgesamt hätten wir uns nach der „Papierform“ schon mehr ausgerechnet.

Der Verlauf war aber eindeutig und zu keiner Zeit war an einen Punktgewinn oder Sieg zu denken.

Thomas wurde an Brett 2  in einer von Schachfreund Boldt strategisch stark geführten Partie lange unter Druck gesetzt. Trotz ideenreicher Verteidigung waren die Schwächen auf dem Damenflügel so groß, dass die Stellung dann nach einem taktischen Fehler zusammengebrochen ist. Wie es halt häufig so passiert, wenn die dauerhafte Verteidigung an den Kräften zehrt und Fallen oder Fehler überall lauern.

Zalmay hatte gegen Gültzow an Brett 3 einen sehr wechselvollen Partieverlauf vorzuweisen. Zalmay kam zu einem ganz brauchbaren Königsangriff auf die gegnerische Stellung, der aber durch Abtausch der angreifenden Figuren ziemlich abgewehrt wurde. Das im weiteren Verlauf entstehende Endspiel mit jeweils Turm/Springer bot Zalmay zunächst noch taktische Chancen, die aber mit einer schlechten Bauernstruktur „erkauft“ wurden. Es blieben die Schwächen übrig und „irgendwie“ hat SF Gültzow gewonnen. Ich kann es wegen der eigenen Zeitnotphase nicht näher berichten, außer dass vom Kampfverlauf her Zalmay auf „Gewinn“ spielen musste, was dann (wie sooft) zum Gegenteil führte. Mein Eindruck war, dass ein Remis für Zalmay bei zurückhaltendem Spiel sicher drin gewesen wäre. Ein Opfer der Umstände…

Karsten hat bei einer wüsten Tausch- und Schlagzugfolge unterwegs im frühen Mittelspiel einen Bauern verloren. Die Stellung gab auch keinerlei Kompensation her, die war leider ziemlich schlecht. Eine lange Partie zog sich noch hin, wobei Karsten im Verlauf keine Chance auf „Wiedergutmachung“ bekam. Nach Figurenverlust im Endspiel war es dann endgültig vorbei.

Wolfgang musste eine Qualität abgeben, ohne jede Kompensation. Die Verteidigung war beschwerlich, deshalb reichte es nicht zur Zeitkontrolle und der Gegner konnte durch Zeitüberschreitung seinen Punkt verbuchen.

Günthers Partie war interessant und für mich auch einfach zu beobachten, weil es das Brett gegenüber war.  Es ergab sich eine scharfe Stellung mit Rochaden auf entgegengesetzten Flügeln. Günther hat einige wichtige Tempi verloren und daher lag die Initiative voll beim Gegner, der einen heftigen Königsangriff vorführte.  Es ergaben sich einige Mattmotive und Opferwendungen in den Varianten, aber die ganz entscheidenden Linienöffnungen konnte Günther gerade so verhindern und die Verteidigung kostete in der Summe nur einen Bauern, was noch „preiswert“ war.  In dem entstandenen Endspiel versäumte der Gegner die Sicherung seines gewonnenen  Bauern. Dieser Bauer hätte als Freibauer Günthers Figuren schwer beschäftigt und durch Eindringen über eine offene Turmlinie hätte Weiß dann entscheidenden Vorteil erreichen können. Zum Glück für Günther kam es nicht zu dieser Fortsetzung. Im Endspiel gab es auf beiden Seiten noch einige Ungenauigkeiten, letztlich war aber das Unentschieden ziemlich „verdient“.

Meine Partie an Brett 1 war die längste des Abends und es gab auf beiden Seiten leiche Zeitnot zur Zeitkontrolle.

Ich hatte etwas Glück, dass SF Hinz in der Holländischen Partie sich nicht zum thematischen Angriff auf dem Königsflügel durchringen konnte. Meine Figuren standen taktisch etwas verdächtig da herum, was  aber durch die zögerliche Fortsetzung von Schwarz sich  nicht auswirkte. Nach einigem Umgruppieren und der wichtigsten Frage des Abends: Drei potentielle Linien und Standorte für die Türme und nur zwei Türme, also was wohin? kam es zur Öffnung des Zentrums und Weiß konnte ziemlich unverdient Vorteil erzielen. Unverdient deshalb, weil die vermeintliche Hauptvariante eine ganz nettes Loch hatte, was aber beide Spieler wohl erst in der heimischen Nachbetrachtung gesehen haben. So haben beide Spieler der Stellung „geglaubt“ und Schwarz hat dann noch eine zusätzliche Verteidigungsmöglichkeit zwei Züge später  übersehen, die thematisch der Hauptvariante ähnlich, ihm leicht Ausgleich ermöglicht hätte.

So gab es einen Bauerngewinn für Weiß mit komfortablem Stellungsvorteil. Es gab einige technische Hürden zu überwinden und zu vermeiden, dass Schwarz zu Gegenspiel kommen konnte. Das konnte ich verhindern und direkt nach der Zeitkontrolle war die Stellung eindeutig.

PS: Die Frage nach den Turmstandorten hatte ich allerdings schön falsch beantwortet. Der Hauptgewinn war nicht der Partiezug Tfd1, sondern Tfe1, oder wenn schon Tad1. Es kam doch auf die e-Linie und nicht so sehr auf die d-Linie an. Jaja, hinterher ist man immer schlauer.

So sind wir also nach dem Kampfverlauf völlig verdient mit einer 4,5: 1,5 Niederlage abgefertigt worden. Vor dem Kampf hätte ich nach der reinen DWZ-Betrachtung mit einem besseren Ergebnis für uns gerechnet.

Durch diese Niederlage bleibt der SC Fehmarn am Tabellenende kleben.

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